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Kaum ein anderes Land hat über den österreichischen Fußball so viel Spott und Häme gebracht wie dieses kleine Land im Nordatlantik mit gerade mal 48.000 Einwohnern. Doch ganz im Gegenteil zu den Fußballern hat das Schiedsrichterteam rund um Oliver Drachta eine bessere Erinnerung an ihren Einsatz auf den Färöer Inseln.
Einen Tag früher als normalerweise startete das Abenteuer bereits am Mittwoch mit der Anreise von Linz über Wien (dort trafen wir Armin Eder und Bernhard Brugger) und Kopenhagen nach Vagar, dem einzigen Flughafen auf den Färöer Inseln. Aufgrund der typischen färöischen Wetterlage (Wind, Nebel und leichter Regen) war die Landung etwas holprig.
Warum unsere Anreise schon so zeitig erfolgte erfuhren wir sehr rasch. Vor nicht mal zwei Jahren konnte das Schiedsrichterteam zum Spiel gegen Frankreich aufgrund von Schlechtwetter nicht rechtzeitig landen und so musste der für das U21 Match angereiste Schiedsrichter das A-Länderspiel leiten. Seit dem ist bei Spielen auf den Färöer Inseln immer ein Tag zur Sicherheit eingerechnet. Dies war für uns auch gut so, denn das Wetter verschlechterte sich auch diesmal und so wurde Donnerstag der Flughafen komplett gesperrt. Der Sicherheitsdelegierte aus Schottland sowie unser Beobachter aus Ungarn wurden nach Stavanger in Norwegen umgeleitet.
Wir hatten somit einen freien Tag, den wir mit einem gemütlichen Trainingslauf starteten. Für eine Besichtigung der Insel war das Wetter leider nicht geeignet. Hier nur ein Bild das typisch ist für die dortige Landschaft, überall schießt das Wasser von den felsiger Bergen runter.

Am Nachmittag sahen wir uns ein Spiel der Zweiten Färöischen liga an. Das Spiel war nicht sehr aufregend. Interessant war lediglich, das diese Partie von einem färöischen FIFA Team geleitet wurde, welche sich auf ihren kommenden Auslandseinsatz vorbereitete. Zuschauer waren bei diesem miserablen stürmischen Wetter keine. Lediglich am Parkplatz neben dem Spielfeld sahen einige Zuschauer vom Auto aus zu und hupten wenn ein Tor fiel.
Am Morgen des Spieltages erfuhren wir, das der Delegierte und der Beobachter weiter in Stavanger festsitzen und wahrscheinlich erst kurz vor dem Match eintreffen werden. Da wir in der Hauptstadt Thorshavn einquartiert waren war der Weg zum Stadion in Toftir ein sehr weiter. Eine Stunde Autofahrt stand bevor. Luftlinie waren es gerade mal 10km, doch gab es keine direkte Verbindung zu dieser Insel. Es wurde extra das Stadion in Toftir gewählt, damit der Heimvorteil der Färöer noch mehr zur Geltung kommt , da auch das slowenische Nationalteam zu jedem Training bzw. jedem Meeting diese Strecke zurücklegen musste. Das Meeting wurde von einem (Ersatz-) Delegierten aus den Färöer Inseln gehalten, dieser erfuhr erst kurz zuvor von seinem „Glück“!

Das Stadion lag auf einem Hügel, wo der Wind ungehindert ankam. Der Regen wurde immer mehr und das Spielfeld stand vor allem im Mittelfeld knöcheltief unter Wasser. Die slowenischen Teamverantwortlichen zeigten sich darüber gar nicht erfreut und zeigten ihren Unmut darüber beim Meeting. Eine Absage stand aber nie zur Diskussion.
Nach dem Meeting mussten wir wieder die Stunde zurück ins Hotel fahren, um dort die letzten Spielvorbereitungen zu treffen. Jeder hat da sein eigenes Ritual, der eine schläft, andere lesen, manche gehen spazieren. Nach der ausführlichen Absprache stand 2,5h vor dem Spiel die nächste 1h stündige Autofahrt, wieder zum Stadion, auf dem Programm. Am Weg zum Stadion erfuhren wir auch, das der Delegierte und der Beobachter mittlerweile gelandet sind und ca. 1h vor Spielbeginn anwesend sein werden.
Kurz vor Spielbeginn besserte sich das Wetter etwas. Es hörte auf zu regnen, der Wind blieb aber. Das Spielfeld war um nichts besser als am Vormittag, eine Wasserschlacht stand also bevor. Top motiviert starteten wir in das Spiel, in dem überraschenderweise die Färöer Inseln die ersten guten Chancen vorfanden und sich überraschend stark präsentierten. Als dann nach 24 Minute ein Slowene die „Notbremse“ zog und mit Rot vom Platz flog, spekulierten wohl einige Fähringer mit der Sensation. Doch schon nach wenigen Minuten zerplatzten die Träume mit dem Führungstor der Slowenen in Minute 29. Mit dieser knappen Führung ging es in die Pause. Sofort nach Wiederbeginn dann die Entscheidung, nach einem Eckball traf ein Färöer spektakulär per Flugkopfball ins eigene Tor. Die Gäste konzentrierten sich fortan aufs verteidigen und spielten den Vorsprung souverän nach Hause. Außer dass es Mitte der zweiten Halbzeit wieder zu regnen begann (fühlte sich fast an wie Schnee, so kalt war mir. J), tat sich nichts mehr.
Wir hatten schon nach dem Schlusspfiff ein gutes Gefühl, doch als uns der ungarische Beobachter nach dem Spiel mit einem „very good“ gratulierte, waren wir alle „happy“ über unsere Leistung. Für Oliver auf jeden Fall ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere.
Die Heimreise war dann aufgrund des wesentlich besseren Wetters unspektakulär und so erreichten wir müde aber zufrieden wieder unsere Heimat! |